Prolog

Langsam raschelte das trockene, welke Laub bei jedem sanften Schritt und das was einst lebendig und Teil eines Großen war wurde abgeworfen um wieder ersetzt zu werden.
Doch noch war die Zeit nicht gekommen.
Erst würde sich eisige Kälte auf den Boden legen und alles Schwache töten, oder Jenes, was unüberlegt in den Frost ging.
Es lag in der Natur der Dinge, das Sterben.
Es gehörte zum Wiederauferstehen.
Sie schüttelte den Kopf, die Kälte, die sie nicht gewohnt war, an die sie sich wohl nie gewöhnen würde, zerstach wie kleine Nadelstiche an der Oberfläche ihrer Hände jedes Gefühl.
Peitschte ihr Tränen in die Augen.
Doch hielt sie nicht auf.
Ihre Füße spürte sie nicht mehr, doch trugen diese sie immer weiter.
Weiter, weiter, noch weiter gen Norden.
Sie hatte einen großen Fehler begangen und wollte nur noch, dass die Kälte sie fasste, festhielt und nicht mehr loslassen möge.
Doch ihr inneres Feuer brannte weiter, die Glut in ihrem Herzen schien heißer als die der Sonne zu sein, die täglich in dem fernen Wüstenland die Menschen in die Knie zwang, die sich zu weit von Oasen entfernten.
So blieb keine andere Wahl, sie lief weiter, nicht auf Straßen, um niemanden zu begegnen, ohne Schuhe, um den Schmerz der Erde und das Beben in ihr zu erleben, ihr einziger Begleiter war ein langes Tuch, fein, wie aus Luft gewebt, um sie geschlungen und doch nicht Wärme spendend.
Keinen Hunger, keinen Durst, keine Schmerzen.
Doch das waren ihre Ziele.

 


30.11.09 11:28

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